Newsletter
02 / 2026

Logo, Aktionsbüro Gesundheit rund um die Geburt
Eine Hebame umsorgt eine Schwangere Frau

Liebe Leser:innen,

nachdem der Niedersächsische Landtag im März den Antrag zum „Landesaktionsplan Gute Geburt“ verabschiedet hat, wurde das Aktionsbüro wenig später vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit Gesundheit und Gleichstellung mit der Erstellung eines Antwortentwurfs für die Unterrichtung des Landtages beauftragt. An diesem Entwurf wird derzeit gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Landesaktionsplan des Runden Tisches Geburtshilfe intensiv gearbeitet. Niedersachsen wird damit zum Ende dieses Jahres das erste Bundesland mit einem Landesaktionsplan Gute Geburt sein.

Ende Juni wird der jährliche Fachtag des Aktionsbüros stattfinden. In diesem Jahr wird er in Kooperation mit der Landeskoordinierungsstelle Frühe Hilfen ausgerichtet und trägt den Titel „Psychische Gesundheit rund um die Geburt - Ein Thema, das wir endlich ernst nehmen müssen“. Dafür konnten hochkarätige Referierende gewonnen werden. Es wird sicher sehr spannend, einige Restkarten für die digitale Veranstaltung sind noch verfügbar.

Wenn Sie Wünsche, Kommentare, Tipps und Beiträge für die nächste Newsletter-Ausgabe haben, schreiben Sie gerne eine E-Mail an: aktionsbuero-geburt@gesundheit-nds-hb.de.

Viel Spaß beim Lesen und einen sonnigen Start in den Frühling wünscht Ihnen das Team vom Aktionsbüro Gesundheit rund um die Geburt in Niedersachsen!

Besuchen Sie auch die Website des Aktionsbüros Gesundheit rund um die Geburt in Niedersachsen unter www.gesundheit-rund-um-die-geburt-nds.de.

   AKTUELLES AUS DEM AKTIONSBÜRO

Förderprojekte
Auch im Jahr 2026 verfügt das Aktionsbüro wieder über ein kleines Budget. Gemeinsam mit dem Runden Tisch Geburtshilfe wurde entschieden, dass daraus in diesem Jahr eine seit längerer Zeit in Vorbereitung befindliche Kampagne mit dem Arbeitstitel „Wusstest du schon…?“ finanziert werden sollten. Die Kampagne soll werdenden Eltern über bestehende Angebote rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und erstes Lebensjahr informieren. Die Umsetzung der ersten Schritte ist bis zum Ende des Kalenderjahres geplant.

Runder Tisch Geburtshilfe
Am 05. Juni ist der Runde Tisch Geburtshilfe zum zweiten Mal in diesem Jahr zusammengekommen und hat sich über den Arbeitsstand in den drei laufenden Arbeitsgruppen informiert. Da einige neue Mitarbeitende die Runde ergänzen, gab das Aktionsbüro einen Rückblick zu den vorangegangenen Arbeitsphasen des Runden Tisches von 2022 bis heute.

Für 2026 sind noch zwei weitere Termine für den Runden Tisch Geburtshilfe geplant. Parallel werden die drei Arbeitsgruppen zu den Themen „Gesundheitskompetenz von Schwangeren, Müttern und Familien“, „Geburtshilfliche Versorgung“ und zum „Landesaktionsplan Gesundheit rund um die Geburt in Niedersachsen stärken: interprofessionelle Ansätze für eine zukunftsfähige Versorgung“ weiterarbeiten, um die Umsetzung des 9. Nationalen Gesundheitsziels „Gesundheit rund um die Geburt“ in Niedersachsen voranzubringen.

   NETZWERKARBEIT

Treffen des Aktionsbündnisses Gesundheit rund um die Geburt in Niedersachsen
Für den 28. April hatte Veronika Bujny ein letztes Mal in ihrer langjährigen Rolle als Sprecherin des Aktionsbündnisses Gesundheit rund um die Geburt in Niedersachsen zu einer Zusammenkunft der Bündnispartner:innen eingeladen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde berichtete der Lenkungskreis zum Geschehen im letzten halben Jahr. Zunächst sprach Veronika Bujny über die Dialogwerkstatt Gesundheit rund um die Geburt in Niedersachsen stärken: interprofessionelle Ansätze für eine zukunftsfähige Versorgung, die am 26. September 2025 unter großer Beteiligung der Bündnisparter:innen in Hannover stattgefunden hat. Kimberley Schumacher berichtete im Anschluss über die Aktivitäten am Runden Tisch Geburtshilfe mit seinen derzeit drei Arbeitsgruppen – eine davon wird in diesem Jahr den Landesaktionsplan Gute Geburt konzipieren. Anschließend informierte Hilke Schauland über den im März im Landtag beschlossenen Entschließungsantrag Landesaktionsplan Gute Geburt: Eine gesunde und gute Geburt für Mütter und Kinder sicherstellen, der endlich die Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung des auf dem 9. Nationalen Gesundheitsziel basierenden Landesaktionsplans bietet. Die Bündnispartner:innen wurden gebeten, in einem Dokument der Arbeitsgruppe Aktionsplan mitzuarbeiten, um die Impulse aus dem Aktionsbündnis möglichst breit und vielfältig im Arbeitsprozess zur Erstellung des Landesaktionsplans berücksichtigen zu können.

Es folgte die Wahl von zwei neuen Sprecherinnen. Veronika Bujny stellte sich nicht wieder zur Wahl. Ihr wurde großer Dank für ihr langjähriges unermüdliches Engagement ausgesprochen. Als neue Sprecherinnen werden Hilke Schauland (Hebammenverband Niedersachsen e.V.) und Kimberley Schumacher (Mother Hood e.V.) zukünftig diese Aufgabe übernehmen. Die nächste Zusammenkunft wird am 28. Oktober stattfinden.

Austauschgespräche in der HENRIKE im März und Mai 2026
Um über die aktuellen Herausforderungen in der geburtshilflichen Versorgung in der HENRIKE ins Gespräch zu kommen und in der Startphase des neuen Mutter-Kind-Zentrums gut im Austausch zu sein, hatten die Verantwortlichen verschiedene Fachkräfte aus Klinik, Pflege, Ärzteschaft, Hebammenwesen, Koordinierungsstellen und Gesundheitsförderung zunächst im März und dann noch einmal im Mai eingeladen.  

Unter anderem ging es um die U2 Untersuchungen an Wochenenden, die anfänglich ungenutzten Gebärwannen sowie um Hebammenstellen und ein evidenzbasiertes Betreuungskonzept auf der Wochenbettstation. Weitere Themen waren Maßnahmen zur Stillberatung und Babylotsinnen sowie die Wiederaufnahme des Betriebes der Elternschule.

Der Austausch wurde als konstruktiv und wertschätzend bewertet. Die Rückmeldungen sollen zur Weiterentwicklung der Versorgung beitragen. Das zweite Treffen im Mai zeigte, dass für die aufgezeigten Probleme bereits Lösungsmöglichkeiten gefunden bzw., Wege dorthin entwickelt wurden. Ein Folgetreffen ist für den Herbst geplant.

Runder Tisch Frauen- und Mädchengesundheit der Region Hannover
Am 22.04.2026 fand der Runde Tisch Frauen- und Mädchengesundheit der Region Hannover statt. Thematisch waren die Wechseljahre auf dem Programm. Der Einstieg erfolgte durch einen Fachvortrag und führte zu einer Gruppenphase über. Die Teilnehmerinnen bearbeiteten die folgenden Fragestellungen:

  • Wo/wie kann das Thema wichtig für meine Arbeit sein?
  • Wie gehe ich mit meiner eigenen Wechseljahresproblematik in meinem Beruf um?
  • Wechseljahre und Hormone (Substitution/ Ergänzungsmittel oder Alternativen)?
  • Wechseljahre und Anforderungen im Berufsleben?

Landesweites Netzwerktreffen Frühe Hilfen
Die Landeskoordinierungsstelle Frühe Hilfen hatte für den 04. Juni 2026 zu einem landesweiten Netzwerktreffen nach Hannover eingeladen. Ein vielfältiges Programm gab Einblick z.B. in die Strukturfinanzierung von Lotsendiensten, Klimawandel und Hitzeprävention und Ehrenamt in den Frühen Hilfen. Auch das Aktionsbüro hatte Gelegenheit, über seine Arbeit zu berichten. Darüber hinaus gab es Raum für den interprofessionellen Austausch.

Website
Die Website des Aktionsbüros Gesundheit rund um die Geburt in Niedersachsen wurde fortlaufend aktualisiert, sodass die Informationen zu den Bereichen Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft weiterhin aktuell zur Verfügung stehen. Veranstaltungstipps können gerne über das Kontaktformular, eingereicht werden – wir veröffentlichen passende Hinweise gern auf unserer Website.

Wir freuen uns über Ihr Feedback!

   WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

PFAS-Belastung im Grundwasser erhöht Risiko für Frühgeburt und Säuglingssterblichkeit
(PFAS-contaminated drinking water harms infants) Baluja, R., Guo, B., Howden, W., Lemoine, D.

Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) im Grundwasser stehen im Zusammenhang mit einer erheblichen Verschlechterung der Gesundheit von Neugeborenen. Das zeigt eine Analyse von mehr als 11.000 Geburten im US-Bundesstaat New Hampshire, veröffentlicht in PNAS (2025; DOI: 10.1073/pnas.2509801122).

PFAS, oft als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, stehen zunehmend im Fokus, da sie sich in der Umwelt kaum abbauen. Eindeutige Belege dafür, dass die im Alltag üblichen Belastungen direkt gesundheitliche Schäden beim Menschen verursachen, fehlen bislang.

Eine aktuelle Analyse weist jedoch auf mögliche Zusammenhänge hin: In New Hampshire bekamen Mütter, deren Trinkwasser aus Brunnen unterhalb von PFAS-Quellen stammte, häufiger extrem frühgeborene Kinder, sehr untergewichtige Neugeborene und verzeichneten eine höhere Säuglingssterblichkeit als Mütter mit Brunnen oberhalb solcher Quellen. Da den Frauen die Lage ihrer Brunnen nicht bekannt war, gelten die Gruppen, abgesehen von der unterschiedlichen PFAS-Belastung, als gut vergleichbar.

Die Auswertung von Geburtsdaten aus den Jahren 2010 bis 2019 zeigt konkrete Unterschiede. Die Sterblichkeit im ersten Lebensjahr lag bei den betroffenen Kindern um 191 % höher. Zudem traten Geburten vor der 28. Schwangerschaftswoche um 168 % häufiger auf und ein Geburtsgewicht unter 1.000 Gramm wurde um 180 % öfter beobachtet.

Überträgt man diese Ergebnisse auf die gesamten USA, könnten durch die Folgen für die Säuglingsgesundheit jährlich gesellschaftliche Kosten von rund 8 Milliarden US-Dollar entstehen. Diese übersteigen die bisherigen Schätzungen für die Entfernung von PFAS aus der öffentlichen Wasserversorgung deutlich.

Übergewicht der Eltern vor Konzeption könnte Risiko für Lebererkrankungen bei Kindern erhöhen
(Parental obesity and risk of metabolic dysfunction associated steatotic liver disease in adult offspring: UK birth cohort study) Tica, S., Luo, C., Ren, D., Zong, X., Thompson, M.D., Stoll, J., DeBosch, B.J., Tarr, P.I., Cao, Y.

Übergewicht und Adipositas von Eltern vor einer Schwangerschaft stehen in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Fettlebererkrankungen bei der nächsten Generation. Das berichtet eine Arbeitsgruppe der Washington University School of Medicine in St. Louis im Fachjournal Gut (2026; DOI: 10.1136/gutjnl-2025-336165).

Die metabolisch bedingte Steatoselebererkrankung (MASLD) ist die weltweit häufigste chronische Lebererkrankung und kann ihren Ursprung bereits in der frühen Kindheit haben. Während ein Zusammenhang zwischen mütterlicher Adipositas und einem erhöhten Risiko für MASLD bei den Nachkommen bekannt ist, sind die Einflüsse väterlicher Adipositas sowie die Rolle von Übergewicht im Kindesalter bislang weniger geklärt.

Diese Studie untersuchte anhand von 1933 Teilnehmenden der britischen Langzeitstudie Avon Longitudinal Study of Parents and Children (ALSPAC) den Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) beider Eltern vor der Schwangerschaft und dem MASLD-Risiko ihrer Kinder im Alter von 24 Jahren. Die Erkrankung wurde über Leberverfettung und zusätzliche kardiometabolische Risikofaktoren definiert.

Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl mütterliche als auch väterliche Adipositas unabhängig voneinander mit einem erhöhten Risiko für MASLD bei den Nachkommen verbunden sind. Mit jedem Anstieg des mütterlichen BMI um 1 kg/m² erhöhte sich das Risiko um 10 %, beim väterlichen BMI um 9 %. Wenn beide Eltern übergewichtig oder adipös waren, war das Risiko für die Nachkommen sogar um das 3,7-Fache erhöht.

Ein Großteil dieses Zusammenhangs (67 %) ließ sich durch anhaltendes Übergewicht der Kinder und Jugendlichen erklären. Die Studie unterstreicht damit die Bedeutung früher Präventionsmaßnahmen, um das Risiko für Lebererkrankungen in zukünftigen Generationen zu senken.

Neugeborene profitieren von Keuchhustenimpfung in der Schwangerschaft
(Mucosal immune responses to Bordetella pertussis in Gambian infants after maternal and primary vaccination: an immunological substudy of a single-centre, randomised, controlled, double-blind, phase 4 trial) Saso, A., Fröberg, J., Jobe, H., Eleved, M., Okoye, M. et al.

Eine aktuelle internationale Studie unter Beteiligung der Charité Berlin zeigt neue Erkenntnisse zur Keuchhustenimpfung in der Schwangerschaft. Demnach gelangen die durch die Impfung gebildeten Antikörper nicht nur ins Blut des Neugeborenen, sondern auch auf die Nasenschleimhaut, genau dort, wo der Keuchhustenerreger in den Körper eindringt. Dadurch könnte der Schutz von Säuglingen in den ersten Lebensmonaten noch effektiver sein als bisher angenommen.

Hintergrund ist ein deutlicher Anstieg der Keuchhustenfälle in Deutschland: 2024 wurden so viele Infektionen gemeldet wie seit Einführung der Meldepflicht 2013 nicht mehr. Besonders gefährdet sind Säuglinge unter einem Jahr, die selbst noch keinen vollständigen Impfschutz haben. Die erste Impfdosis erfolgt frühestens ab dem zweiten Lebensmonat, ein wirksamer Schutz besteht erst nach mehreren Impfungen. Bis dahin kann die Impfung der Schwangeren eine wichtige Schutzlücke schließen.

In der Studie erhielten über 300 Schwangere entweder eine Keuchhusten- oder eine Tetanusimpfung. Bei den gegen Keuchhusten Geimpften wurden mütterliche Antikörper sowohl im Blut als auch auf der Nasenschleimhaut der Babys nachgewiesen. Zusätzlich zeigten Untersuchungen an Neugeborenen, dass unterschiedliche Impfstofftypen beim Kind zu unterschiedlich starken Immunantworten führen können.

Die Forschenden betonen, dass die Impfung in der Schwangerschaft unabhängig vom späteren Impfstoff des Kindes einen wichtigen Schutz bietet und schwere Verläufe bei Neugeborenen deutlich reduzieren kann. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit 2020 die Keuchhustenimpfung für Schwangere zu Beginn des letzten Drittels der Schwangerschaft. Die Impfquote liegt bei  nur rund 50 Prozent.

Angesichts der steigenden Fallzahlen sehen Expertinnen und Experten in der konsequenten Nutzung der Impfempfehlung einen entscheidenden Beitrag zum Schutz der jüngsten Kinder.

   BEST PRACTICE

In dieser Rubrik wird ein Best-Practice-Beispiel beschrieben, das dazu beiträgt, das Angebot und/oder die Unterstützung rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und erstes Lebensjahr in einer Region zu verbessern. In diesem Newsletter wird Kreatives Schreiben als Geburtsvorbereitung – Forschungsprojekt am Zentrum für Künstlerische Therapien Essen vorgestellt.

Journale für die Schwangerschaft finden immer mehr Verbreitung, doch oft schreiben Schwangere für sich allein. Das Forschungsprojekt „Kreatives Schreiben als Geburtsvorbereitung" am Zentrum für Künstlerische Therapien (ZFKT) in Essen, einer Initiative der Stiftung Universitätsmedizin unter der Leitung von Prof. Dr. Susann Kobus setzt hier an: Es verknüpft das individuelle Schreiben der Schwangeren mit einem regelmäßigen Austausch mit der Hebamme anhand von Schreibimpulsen, die in einem eigens dafür konzipierten Journal zusammengestellt wurden. Dieses verbindet Techniken des Kreativen Schreibens – wie Journaling und Freewriting – mit kreativen Methoden (z. B. Malen, Modellieren, Collagieren).

Die Idee stammt von Silke Abendschein (Master Biografisches und Kreatives Schreiben), die das Konzept entwickelte und bereits seit dem Wintersemester 2022/23 an der HAW Hamburg ein gleichnamiges Wahlpflichtmodul für angehende Hebammen anbietet. Vor dem Hintergrund, dass Ängste in der Schwangerschaft sich auf den Geburtsverlauf, die psychische und physische Gesundheit von Frauen und Babys auswirken können, verfolgt dieses Projekt einen präventiven Ansatz auf Basis einer durchgängigen 1:1-(Schreib-)begleitung durch eine Hebamme ab Schwangerschaftsbeginn bis 3 Monate nach der Geburt.

Es richtet sich an Schwangere mit leichten Sorgen und Ängsten. Ziel ist es, die präventive Wirkung dieser Kombination aus Dialog und Schreiben auf Ängste vor der Geburt und in der Schwangerschaft wissenschaftlich zu untersuchen. Weitere Informationen zum Forschungsprojekt finden sich auf der Webseite des ZFKT: www.zfkt.de/kreatives-schreiben

   MEDIENTIPP

Podcast: Geburtskanal – Über Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett & Baby-Zeit

Podcast Geburtskanal

Wie erleben Frauen die Geburt und was beeinflusst dieses Erleben? Der Podcast „Geburtskanal“ von Hebamme Jana Friedrich beleuchtet Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und das erste Babyjahr aus unterschiedlichen Perspektiven: fachlich fundiert, persönlich und gesellschaftlich eingeordnet.

In Gesprächen mit Expert:innen sowie anhand von Geburtsberichten aus der Community geht es um Themen wie Selbstbestimmung, medizinische Interventionen, mentale Aspekte von Geburt oder Stillen im Alltag. Dabei verbindet der Podcast evidenzbasiertes Wissen mit Erfahrungswissen und regt zur Reflexion über die eigene Haltung zur Geburt an.

Aktuelle Folgen greifen beispielsweise Themen der mentalen Geburtsvorbereitung auf, den Umgang mit Aussagen wie „Ihr Kind ist zu groß – wir müssen über eine Geburtseinleitung sprechen“ oder das Label „Risikoschwangerschaft“.

Für Fachkräfte wie (werdende) Eltern gleichermaßen geeignet – besonders empfehlenswert für alle, die sich differenziert mit Geburtskultur und Selbstbestimmung auseinandersetzen möchten.

Unstillbar

Buch: Unstillbar

Stillen gilt häufig als „natürlichste Sache der Welt“ und ist gleichzeitig stark gesellschaftlich geprägt, emotional aufgeladen und kontrovers diskutiert. Das Buch „Unstillbar“ von Britta Fuchs beleuchtet diese Spannungsfelder und hinterfragt gängige Erwartungen rund um das Stillen kritisch.

Viele (werdende) Eltern erleben bereits in der Schwangerschaft einen hohen Druck: stillen zu „müssen“, unabhängig von eigenen Bedürfnissen oder Grenzen. Nach der Geburt stehen Fragen, Unsicherheiten und Bewertungen im Raum: zu wenig Milch, Schmerzen beim Stillen, Flaschenernährung oder das Stillen in der Öffentlichkeit werden häufig kommentiert und moralisch eingeordnet.

Britta Fuchs verbindet persönliche Erfahrungen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie historischen und gesellschaftlichen Perspektiven. Sie zeigt, wie stark Stillentscheidungen von Normen geprägt sind und plädiert für mehr Individualität, Selbstbestimmung und Offenheit jenseits der klassischen „Brust vs. Flasche“-Debatte.

Ein Sachbuch, das informiert, irritiert und enttabuisiert und damit neue Perspektiven auf ein sehr persönliches und zugleich politisches Thema eröffnet. (hat)

BRITTA FUCHS: Unstillbar – Über die vielen Dimensionen des Stillens, ständige Bewertung und echte Selbstbestimmung. Haymon Verlag, 2025, 208 Seiten, 22,90 Euro

Mein kompetentes Baby – Wie Kinder zeigen, was sie brauchen

Buch: Mein kompetentes Baby – Wie Kinder zeigen, was sie brauchen

Babys werden oft unterschätzt – dabei bringen sie von Anfang an erstaunliche Fähigkeiten mit, um mit ihrer Umwelt in Kontakt zu treten und ihre Bedürfnisse auszudrücken. Genau hier setzt der Ratgeber Mein kompetentes Baby von Nora Imlau an.

Das Buch vermittelt einen bindungs- und beziehungsorientierten Blick auf das erste Lebensjahr und zeigt, wie kompetent Neugeborene und Babys bereits sind: Sie reagieren auf Gesichter, nehmen Stimmungen wahr und gestalten aktiv die Beziehung zu ihren Bezugspersonen mit.

Statt auf klassische „Erziehungsrezepte“ setzt die Autorin auf Verständnis für kindliche Signale und Entwicklungsprozesse. Eltern werden darin bestärkt, ihr Kind besser zu „lesen“ und dadurch sicherer im Umgang mit Schlafen, Stillen, Beruhigung und Alltagssituationen zu werden.

Das Buch entlastet, indem es den Fokus weg von „richtig oder falsch“ hin zu Beziehung, Feinfühligkeit und individueller Entwicklung verschiebt. Es eignet sich besonders für (werdende) Eltern, die sich einen alltagsnahen, verständlichen Einstieg in die frühkindliche Entwicklung wünschen. (hat)

NORA IMLAU: Mein kompetentes Baby - Wie Kinder zeigen, was sie brauchen. Kösel Verlag, 2025, 224 Seiten, 22,00 Euro

█    Sie haben auch ein tolles Buch gelesen, dass Sie gern weiterempfehlen möchten? Wir freuen uns über Ihren Buchtipp!

   VERSCHIEDENES

Zum 01. April traten einige Änderungen am Hebammenhilfevertrag in Kraft
Am 1. November 2025 trat ein neuer Hebammenhilfevertrag in Kraft. Dieser wurde im April 2025 von einer Schiedsstelle festgelegt und der Deutsche Hebammenverband bemühte sich in intensiven Gesprächen mit dem GKV-Spitzenverband um einige wichtige Nachbesserungen.

Diese Änderungen gab es am 1.4.2026:

  • Ambulante Leistungen zur Abklärung im Kreißsaal können wieder abgerechnet werden: Zwei neue Gebührenpositionen ermöglichen es den Beleghebammen wieder, ungeplante ambulante Betreuungen von Schwangeren im Kreißsaal abzurechnen. Damit können wichtige Leistungsbereiche endlich wieder abgerechnet werden, deren Wegfall erhebliche Mindereinnahmen verursacht hatten.
  • Die Regeln für den 1:1-Zuschlag werden gelockert: Für Beleghebammen wird der Zuschlag für eine 1:1-Betreuung zukünftig auch dann gewährt, wenn es einen einmaligen Hebammenwechsel gibt, z.B. durch Schichtende oder bei Geburten, bei denen die Gebärende kürzer als zwei Stunden vor der Geburt im Kreißsaal erscheint. Diese dringende Anpassung, die der Arbeitsrealität der Hebammen Rechnung trägt, macht den Zuschlag in mehr Fällen abrechenbar.
  • Abbau bürokratischer Hürden:
  • Quittierungspflicht für die telefonische Kurzberatung entfällt: Der hohe bürokratische Aufwand für alle freiberuflichen Hebammen, sich eine Unterschrift für ein kurzes Telefonat besorgen zu müssen, entfällt.
  • Veränderte Versichertenbestätigungen: Die Versichertenbestätigungen wurden redaktionell leicht verändert, um Fehler, die zu Rechnungskürzungen führen können, zu reduzieren.

DHV-Präsidentin Annika Wanierke sprach davon, dass sie "die Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge" sehe. Sie freue sich, dass zumindest kleine, aber sehr wichtige Verbesserungen für die Beleghebammen erzielt werden konnten, die durch den neuen Hebammenhilfevertrag besonders stark belastet worden sind. Das Erreichte beschrieb sie als "das Maximum dessen, was derzeit in Bezug auf konkrete Änderungen am laufenden Vertrag möglich ist". Die Änderungen haben das Potenzial, die finanziellen Einbußen zu minimieren oder knapp auszugleichen.

Darüber hinaus soll die Energie nun auf die Vertragsverhandlungen für den nächsten Hebammenhilfevertrag gerichtet werden, der zum 1.1.2028 in Kraft treten könnte. Damit dieser auskömmlich und fair für alle ausgestaltet werden kann, müssen sich die Rahmenbedingungen der Selbstverwaltung der Hebammen dahingehend ändern, dass Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband auf Augenhöhe stattfinden können.

G-BA legt Mindestanforderungen für hebammengeleitete Geburtsbetreuung in Kreißsälen fest
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) wurde 2024 durch den Gesetzgeber beauftragt, Qualitätssicherungsmaßnahmen für Kreißsäle zu beschließen, die von einem Krankenhaus betrieben und von einer in dem Krankenhaus angestellten Hebamme geleitet werden (§ 136a Absatz 7 SGB V). Am 19. März wurden die Anforderungen an die Strukturen und Prozesse einer durchgängig hebammengeleiteten Betreuung von Geburten im Krankenhaus beschlossen.

Als Zielgruppe für das hebammengeleitete Betreuungsangebot werden Frauen mit unkomplizierter Schwangerschaft, bei denen ein natürlicher Geburtsverlauf zu erwarten ist und deren Neugeborenes voraussichtlich gesund ist, benannt. Auf Wunsch der Schwangeren oder bei Anzeichen für Abweichungen vom physiologischen Geburtsverlauf stellt das Krankenhaus eine ärztliche Konsultation oder den Übergang in die ärztlich geleitete Betreuung sicher.

In seiner Erstfassung der „Richtlinie zur Qualitätssicherung der hebammengeleiteten Betreuung in Kreißsälen (QHKS-RL)“ regelt der G-BA, welche organisatorischen und personellen Anforderungen am Krankenhausstandort erfüllt werden müssen. Er definiert außerdem, unter welchen medizinischen Voraussetzungen eine rein hebammengeleitete Geburtsbetreuung möglich ist und wann eine Ärzt:in hinzuzuziehen bzw. in eine ärztlich geleitete Betreuung überzuleiten ist. Die Richtlinie regelt zudem die Folgen der Nichteinhaltung der Mindestanforderungen. Werdende Eltern können sich so auf bundesweit einheitliche Standards bei der hebammengeleiteten Betreuung einer Geburt im Krankenhaus verlassen.

Die Richtlinie zur Qualitätssicherung der hebammengeleiteten Betreuung in Kreißsälen wird nun dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt. Sie tritt nach Nichtbeanstandung und Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Bundestag berät zu „Nicht-invasiven Pränataltests“ (NIPT)
Einen Tag vor dem Welt-Downsyndrom-Tag legten die Abgeordneten von Union, SPD, Grünen und Linken dem Bundestag einen gemeinsamen Antrag vor. Es ging um die „Nicht-invasiven Pränataltests“ (NIPT), mit denen ermittelt werden kann, ob ein Fetus die Erbgut-Veränderungen Trisomie 13, Trisomie 18 oder Trisomie 21 aufweist. Seit 2022 werden diese Tests von den Krankenkassen bezahlt, wenn der/die behandelnde Gynäkolog:in einen Risikofaktor feststellt. Laut der BARMER-Krankenkasse entscheiden sich in Deutschland inzwischen rund die Hälfte der Schwangeren für einen solchen Bluttest. Die Antragstellenden des überfraktionellen Papiers interpretieren diese Zahlen als ein Zeichen dafür, dass mit den Tests zu leichtfertig umgegangen wird: „Es lässt sich befürchten, dass Schwangeren unabhängig von einer medizinischen Relevanz empfohlen wird, den NIPT vornehmen zu lassen, unter anderem, damit sich Ärztinnen und Ärzte absichern können“, warnen sie und stellen im Bundestag die brisante Frage, ob sie zu oft eingesetzt werden. Die Abgeordneten fordern ein Monitoring der Folgen und eine ethische und rechtliche Prüfung und warnen vor der Gefahr durch Fehlanreize und falscher Sicherheit. Laut der Beschlussvorlage sollen bis 2027 Daten erhoben werden. Anschließend soll sich eine Expert:innenkommission mit den Ergebnissen befassen und die Bundesregierung beraten.

Während der Elternverband „Arbeitskreis Down-Syndrom Deutschland“ das interfraktionelle Vorhaben unterstützt, wehrt sich der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte gegen die Behauptung und weist darauf hin, dass Frauenärzt:innen gesetzlich verpflichtet sind, vor genetischen Untersuchungen umfassend zu beraten. Der Berufsverband betont, dass NIPT dazu beitragen kann, häufige fetale Trisomien mit geringem Risiko für Mutter und Kind abzuklären und invasive Eingriffe zu vermeiden. Die Entscheidung für oder gegen den Test sei eine selbstbestimmte Wahl der Schwangeren nach ergebnisoffener Beratung.

Klinikschließungen in Sögel und Geesthacht
Die Geburtsstation des Hümmling Hospitals in Sögel (Landkreis Emsland) wurde Ende März aufgrund niedriger Geburtenzahlen geschlossen. 2025 seien dort lediglich 228 Babys zur Welt gekommen, heißt es von der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft. Auch Johanniter-Krankenhaus Geesthacht (Schleswig-Holstein) nahe der niedersächsischen Grenze stellte im März plötzlich den geburtshilflichen Regelbetrieb ein, da aufgrund der Personalsituation nicht mehr sicher ein durchgehend belastbarer Dienst über das Wochenende gewährleistet werden konnte. Da die Schließung nicht mit der Landesregierung abgestimmt wurde, übte das Landesgesundheitsministerium in Kiel deutliche Kritik an diesem Vorgehen und erwog, rechtliche Schritte gegen die Klinik einzuleiten.

Für (werdende) Eltern in diesen Regionen bedeuten die Klinikschließungen weitere Einschränkungen des geburtshilflichen Betreuungsangebotes. Die Übersichtkarte unten zeigt das derzeitige Angebot der geburtshilflichen Abteilungen in Niedersachsen sowie nah der niedersächsischen Landesgrenzen. Abgebildet sind hier die Versorgungslevel, die Geburtenzahlen und auch die Versorgungsregionen. In grau sind Abteilungen zu sehen, die in den letzten Jahren geschlossen wurden. Schon jetzt zeigen sich in einigen Landesteilen große Distanzen zwischen den Kliniken, die eine geburtshilflichen Abteilung unterhalten. Das bedeutet zum einen, dass werdende Eltern immer weitere Wege bewältigen müssen, um ein Krankenhaus zu erreichen. Zum anderen wirkt sich dies aber auch auf die außerklinische Geburtshilfe aus, die im Notfall auf ein schnell erreichbares klinisches Netz angewiesen ist.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) stuft die flächendeckende Versorgung mit Geburtshilfe als gefährdet ein, wenn durch die Schließung eines Krankenhauses in dünn besiedelten Gebieten Pkw-Fahrzeiten von mehr als 40 Minuten notwendig sind, um bis zum nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus zu gelangen. Seit Januar 2019 können Fachabteilungen für Geburtshilfe oder Gynäkologie und Geburtshilfe sogenannte Sicherstellungszuschläge beantragen, mit denen Defizite ausgeglichen werden sollen, die aufgrund eines geringen Versorgungsbedarfs entstehen. Dieser Zuschlag wurde in Niedersachsen im Jahr 2025 von vier geburtshilflichen Kliniken in Anspruch genommen. Eine davon war Sögel, wo sich im März 2026 dennoch die Türen schließen.

Geburtshilfliche Abteilungen in Niedersachsen

Sind Sprünge per App vorhersehbar? 
Eine Art Gebrauchsanleitung fürs Baby – klingt fast zu gut, um real zu sein? Quarks berichtet in den sozialen Medien darüber:

Das Buch und die dazugehörige App „Oje, ich wachse“ vermitteln genau diesen Eindruck: als ließe sich die frühkindliche Entwicklung klar strukturieren und vorhersagen. Der Erfolg gibt dem Konzept zunächst recht. Weltweit wurden rund zwei Millionen Exemplare des Buches in 25 Sprachen verkauft, die App verzeichnet allein in Deutschland über eine Million Downloads und kommt international auf etwa acht Millionen.

Im Zentrum des Ansatzes steht die Einteilung der kindlichen Entwicklung von der Geburt bis zum 20. Lebensmonat in zehn sogenannte „Entwicklungssprünge“. Diese sollen Eltern Orientierung geben und erklären, welches Verhalten in bestimmten Phasen zu erwarten ist, etwa verstärktes Fremdeln oder Schlafprobleme. Für viele Eltern kann das hilfreich sein, weil es ihnen ermöglicht, das Verhalten ihres Kindes besser einzuordnen. Gleichzeitig kann dieses Modell aber auch Druck erzeugen, etwa wenn ein Kind die beschriebenen Fähigkeiten nicht im vermeintlich passenden Zeitraum zeigt.

Zudem wird zunehmend infrage gestellt, wie belastbar die wissenschaftliche Grundlage des Konzepts tatsächlich ist. Kritisiert wird unter anderem, dass die zugrunde liegende Studie lediglich auf Beobachtungen von 15 Mutter-Kind-Paaren basiert.

Auch aus entwicklungspsychologischer Sicht gibt es Einwände. Fachleute gehen heute überwiegend davon aus, dass die kognitive Entwicklung von Kindern kontinuierlich verläuft und nicht in klar abgegrenzten „Sprüngen“. Darüber hinaus bemängeln Kritiker:innen, dass soziale und kulturelle Einflüsse in dem Modell nur unzureichend berücksichtigt werden.

   VERANSTALTUNGEN

Wie Worte wirken: Framing von Ernährungsarmut in Medien, Politik und Wissenschaft

   17. Juni 2026, 09:45 – 12:00 Uhr, Online-Veranstaltung

Framing entscheidet mit darüber, ob Ernährungsarmut als strukturelles Problem erkannt oder als individuelles Fehlverhalten gesehen wird. Für Fachkräfte, Multiplikator:innen und Engagierte im Ernährungs- und Sozialbereich ist es zentral zu verstehen, wie sprachliche Rahmen wirken – um Zuschreibungen kritisch einzuordnen, Stigmatisierungen entgegenzuwirken und eigene Kommunikation reflektiert gestalten zu können. Dr. Martha Kuhnhenn, Privatdozentin für Kommunikationswissenschaft an der Universität Greifswald, führt ins Thema ein. Anschließend wird Martin Rücker, freier Journalist, Framing von Ernährungsarmut in Medien, Politik und Wissenschaft aufdecken und einordnen. Im Rahmen einer Gesprächsrunde mit beiden Referierenden haben Sie Zeit, eigene Fragen zu stellen und tiefer in den Austausch zu treten.

Gesund durch den Sommer – Klimarisiken von Säuglingen und Kleinkindern erkennen und wirksam handeln

   23. Juni 2026, 10:00 – 12:00 Uhr, Bremen

Säuglinge und Kleinkinder sind besonders verletzlich gegenüber sommerlichen Gesundheitsrisiken. Hitze, Sonnenstrahlung, Wespen-, Mücken- und Zeckenstiche können bei den Kleinsten schnell gefährlich werden. Wie können Fachkräfte Kinder sicher begleiten und Eltern wirksam unterstützen? In dieser praxisnahen Fortbildung lernen Sie, Risiken gezielt zu erkennen und präventiv zu handeln. Sie erhalten fundierte Einblicke in Warnzeichen, Präventionsmaßnahmen und richtigem Verhalten im Akutfall – ergänzt durch interaktive Übungen, die praxisnahes Handeln trainieren. Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte aus der Familienbegleitung und -beratung, der Quartiers- und Sozialarbeit, der Pädiatrie und alle weiteren Interessierten.

Gemeinsamer Fachtag des Aktionsbüros Gesundheit rund um die Geburt und der Landeskoordierungsstelle Frühe Hilfen „Psychische Gesundheit rund um die Geburt - Ein Thema, das wir endlich ernst nehmen müssen“

   24. Juni 2026, 15:30 – 18:15 Uhr, Online-Veranstaltung

Etwa 15 Prozent der Mütter und 5 – 10 Prozent der Väter erkranken während der Schwangerschaft an einer Depression. Bei einer Manifestation können sich daraus Störungen im Umgang mit dem Kind, Bindungsstörungen oder sogar Vernachlässigung und Missbrauch entwickeln. Obwohl Hebammen und Ärzt:innen die Eltern im Rahmen der Schwangerenvorsorge regelmäßig sehen, werden psychische Erkrankungen oft nicht erkannt. Auch die Betroffenen verkennen die Situation häufig, da psychische Erkrankungen unterschätzt und stigmatisiert sind. Zudem sind die Fachkräfte aus Geburtshilfe, Pädiatrie, Frühen Hilfen und Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik bislang nicht ausreichend vernetzt. Die Veranstaltung möchte diese Probleme beleuchten und Wege aufzeigen, um Lösungen zu finden.

Fachtag „Schwangere begleiten“

   09. Juli 2026, 9:00 – 15:00 Uhr, Berlin

Die Handlungsempfehlungen zur Ernährung, Bewegung und weiteren Gesundheitsaspekten in der Schwangerschaft wurden vom Netzwerks Gesund ins Leben in Zusammenarbeit mit seinem wissenschaftlichen Beirat, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern aus allen relevanten Fachgesellschaften und weiteren wissenschaftlichen Institutionen, aktualisiert. Die an den Empfehlungen beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen in Fach-Vorträgen ausgewählte Aspekte vor und bringen die Teilnehmenden auf den aktuellen Stand. Eine Podiumsdiskussion bietet zudem Raum für den Blick in die Praxis. Das ausführliche Programm steht zum Download bereit.

Der Fachtag "Schwangere begleiten" richtet sich an Fachkräfte und Multiplikator:innen. Die Teilnahme ist kostenlos, die Plätze sind begrenzt. Eine Anmeldung sollte bis spätestens zum 25. Juni 2026 erfolgen.

Symposium des Interdisziplinären Forums der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe e. V. (DGPFG)Gynäkologie trifft Pädiatrie

   19. September 2026, Berlin

Das interdisziplinäre Forum der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe stellt bei der diesjährigen Fachtagung die körperliche und seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt. Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, verschiedene Berufsgruppen aus den Bereichen Gynäkologie, Pädiatrie, Psychotherapie und Physiotherapie zu vernetzen, Wissen auszutauschen und neue Perspektiven zu gewinnen. Im Zentrum des Symposiums steht die Netzwerkarbeit: Welche Kooperationen zwischen Gynäkolog:innen, Kinderärzt:innen und Psychotherapeut:innen stärken die Versorgung von Mädchen und jungen Frauen? Braucht es eine persönliche, professionsspezifische und interdisziplinäre Perspektive, um die Kinder und Jugendlichen zu verstehen? Auch sexualisierte Gewalt im Netz ist ein wachsendes Problem, das dringende Aufmerksamkeit erfordert.

Reproduktive Gesundheit und (unerfüllter) Kinderwunsch bei Männern

   23. September 2026, Hans-Lilje-Haus Hannover

Tagung in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Kinderwunschberatung e. V., weiterführende Informationen werden zu einem späteren Zeitpunkt auf der Seite der Evangelischen Akademie Loccum bereitstehen.

Praxisdialog „Gut begleitet durch die Hitze“

   30. September 2026, 14:00 – 17:00 Uhr, Bremen

Wie können Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder gut vor Hitze und UV-Strahlung geschützt werden? Mit dieser Frage lädt das Projekt „Klimagesund rund um die Geburt & frühe Kindheit“ zu einem Praxisdialog ein. Nach einem fachlichen Impulsvortrag steht der Austausch im Mittelpunkt: Fachkräfte aus Geburtshilfe, Gynäkologie und Pädiatrie, Familienbegleitung, der Sozialen Arbeit in Einrichtungen und Quartieren sowie weitere Interessierte kommen zusammen, um Erfahrungen, gute Ansätze und Bedarfe zum Hitze- und UV-Schutz zu teilen. Die Veranstaltung bietet Raum für Vernetzung und gemeinsame Weiterentwicklung von Unterstützungsstrukturen.

Weiterer Veranstaltungen finden Sie auf unserer Website.

   IM GESPRÄCH MIT ...

Porträtfoto von Dr. Wolf Lütje

Dr. Wolf Lütje
Facharzt für Frauenheilkunde, Präsident der Deutschen Gesellschaft für psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGPFG), Mitglied im Beirat Frühe Hilfen

Aktionsbüro: Bitte stellen Sie sich mit drei Sätzen vor!

Dr. Wolf Lütje: Ich bin ein Leben lang morgens gern in die Arbeit gegangen (40 Jahre überwiegend leitend als Geburtshelfer, Psychotherapeut und Urogynäkologe) und abends gern nach Hause gekommen (u.a. als Vater von 7 Kindern).  In meinem Unruhestand (bald 69 Jahre) brenne ich weiter für meine Themen: Ich geburtshelfe nicht mehr, bring es aber anderen bei. Ansonsten freue ich mich weiter jeden Tag auf den Kaffee, einen Mittagschlaf und ein Glas Rotwein.

Aktionsbüro: Mit wem würden Sie gern mal eine Stunde über Ihre Wünsche zum Thema „Gesundheit rund um die Geburt“ sprechen?

Dr. Wolf Lütje: Mit dem G-BA.

Aktionsbüro: Um welches Thema würde sich dieses Gespräch maßgeblich drehen?

Dr. Wolf Lütje: Es würde über die Bedeutung der reproduktiven Phase für die (seelische) Gesundheit einer Gesellschaft gehen, verbunden mit dem Hinweis, dass dafür wesentliche Ressourcen fehlen.

Aktionsbüro: Wenn Sie sich von Ihrer/Ihrem Gesprächspartner:in eine Sache wünschen dürften: Was wäre das?

Dr. Wolf Lütje: Ich wünsche mir neue Richtlinien für die peripartale psychische Versorgung (von Prävention bis Therapie).

Aktionsbüro: Was wird Ihr nächstes Projekt?

Dr. Wolf Lütje: Die Erstellung eines Leitfadens zum Umgang mit belastenden Ereignissen in der Geburtshilfe und eine Webbasierte Vorbereitung werdender Großeltern – um nur 2 von ca. 100 Vorhaben zu nennen.

Aktionsbüro: Danke Dr. Wolf Lütje!

   IMPRESSUM

Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V. 
Geschäftsführer: Thomas Altgeld 
Schillerstraße 32 · 30159 Hannover 
Internet: www.gesundheit-nds-hb.de
LinkedIn: @lvgafs

Die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V. (LVG & AFS Nds. HB e. V.) ist ein gemeinnütziger, unabhängiger und landesweit arbeitender Fachverband für Gesundheitsförderung, Prävention und Sozialmedizin mit Sitz in Hannover. Mitglieder sind Institutionen und Personen aus dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich.