Neue Projekte in den Gesundheitsregionen
Auch im Jahr 2026 werden in den Gesundheitsregionen Vorhaben mit hoher regionaler Relevanz durch die Kooperationspartner der Gesundheitsregionen gefördert. Sieben Projekte haben diesmal einen Förderzuschlag erhalten und damit viele spannende Ansätze in unterschiedlichen Handlungsfeldern:
Gesundheitspflege im Quartier (GepfleQt) – Prävention, Koordination, Case Management
Orientiert an der Idee der Gemeindeschwester implementiert die Gesundheitsregion Braunschweig ein konsequent quartiersorientiertes Angebot der Gesundheitspflege, das sich primär an Menschen ohne tragfähige familiäre und soziale Netze richtet. Präventive Gruppenangebote und individuelle (behandlungs-)pflegerische Leistungen stärken dabei die Gesundheit und zögern Pflegebedürftigkeit hinaus. Zugehende, koordinierende Beratung und Case Management unterstützen bei der Navigation im Versorgungssystem.
Seelische Gesundheit – Mental Health in Nachbarschaften als integrierter Ansatz (MH-INN)
Die Gesundheitsregion Delmenhorst plant, die seelische Gesundheit aller Einwohner:innen in vier besonders belasteten Stadtteilen nachhaltig zu stärken. Kern des Vorhabens ist die Einführung des international bewährten Psychischen Ersten Hilfe Programms Mental Health First Aid – MHFA, das Aufklärung, Entstigmatisierung und frühzeitige Unterstützung bei psychischen Belastungen verbessert. Dazu sollen vorerst zehn Mitarbeiter:innen der Nachbarschaftsbüros sowie 20 Multiplikator:innen aus den Quartieren geschult sowie eine regelmäßige Peer-to-Peer-Beratung in Nachbarschaftsbüros etabliert werden.
ParkCareNetz – Sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung im Parkinson-Netzwerk Südniedersachsen
Die Gesundheitsregion Göttingen / Südniedersachsen etabliert ein nachhaltiges Parkinson-Netzwerk. Hier sollen zielgruppengerechte Informationsformate für Menschen mit Parkinson, Angehörige und Gesundheitsakteure entwickelt, interprofessionelle Fallbesprechungen etabliert und die Kooperation bestehender Netzwerke in diesem Bereich sowie die Vermeidung von Doppelstrukturen erzielt werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der aktiven Einbindung von Betroffenen und Angehörigen in den gesamten Entwicklungs- und Umsetzungsprozess (Co-Creation).
Willkommensbesuche für Ahlhorn
Die Gesundheitsregion Landkreis Oldenburg führt ein eigenes Modell von Willkommensbesuchen im Ortsteil Ahlhorn ein. Auf diese Weise sollen alle Familien mit Neugeborenen niedrigschwellig erreicht werden. Sie sollen Informationen über regionale Angebote im Bereich Schwangerschaft, Geburt, Kindergesundheit, Erziehung, Bildung und Familienunterstützung erhalten und bei Bedarf passgenau an Fachstellen gelotst werden können. Die Willkommensbesuche fungieren als Brücke zwischen Geburtshilfe, Familienhebammen, Kinder- und Jugendhilfe sowie kommunalen Beratungsangeboten und können Integration und Teilhabe stärken.
YoungCarers@OL: Young (Adult) Carers vernetzen – stärken – sichtbar machen
Die Gesundheitsregion Stadt Oldenburg plant, die Situation von Young (Adult) Carers in Oldenburg sichtbar zu machen, ihre Bedarfe zu erfassen und ihnen Unterstützung zukommen zu lassen. Dazu sollen ein regionales Netzwerk aufgebaut, Fachkräfte und Institutionen sensibilisiert sowie Informations- und Aufklärungsmaßnahmen entwickelt und erprobt werden. Ein Beirat mit (ehemaligen) Young (Adult) Carers, Familienangehörigen, Fachkräften und bundesweiten Expert:innen begleitet den Projektverlauf.
6und60: Generationen verbinden – Chancen stärken – Gesundheit fördern
Die Gesundheitsregion Osnabrück setzt auf generationenverbindende Begegnungen, um Gesundheit, soziale Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit zu stärken. Angebunden an Grundschulen in der Region sollen regelmäßige Begegnungen zwischen Grundschulkindern und Senior:innen etabliert werden. Inhalte der Begegnungen können u. a. gemeinsames Kochen, Bewegungseinheiten oder auch Vorlese- und Erzählrunden sein. Die Kinder sollen auf diese Weise in ihrer Gesundheitskompetenz gestärkt werden, für die teilnehmenden Senior:innen soll das generationenübergreifende Ehrenamt auch als Einsamkeitsprävention wirken.
Rotenburger Demenzkontor – Hilfe-To-Go
Die Gesundheitsregion Rotenburg möchte die ambulante Versorgung von Demenzerkrankten und deren Angehörigen durch eine niederschwellige, fachlich qualifizierte Anlaufstelle im Herzen Rotenburgs verbessern: das Rotenburger Demenzkontor. Durch eine kompetente, passgenaue Beratung (auch telefonisch und digital) sowie Angehörigen- und Fachkräfteschulungen sollen die Versorgungsqualität erhöht, die häusliche Pflege stabilisiert und zugleich eine Entlastung der medizinischen Dienstleister sowie der Pflegeeinrichtungen erreicht werden. Der Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Demenz fördert zudem Sensibilisierung und Entstigmatisierung vor Ort.
Aktualisierte Statistiken aus dem Monitor Gesundheitsregionen
Wie entwickeln sich die Gesundheitsregionen in Niedersachsen? Welche Themen stehen aktuell im Mittelpunkt ihres Engagements? Welche Akteure bringen sich ein? Um Impulse für die strategische Weiterentwicklung der teilnehmenden Regionen sowie der dort umgesetzten Projekte und Maßnahmen zu gewinnen, führt die landesweite Prozessbegleitung der Gesundheitsregionen Niedersachsen bei der LVG & AFS regelmäßige Fragebogenerhebungen durch. Ab sofort finden Sie aktualisierte Statistiken zu Strukturaufbau und Projektgeschehen auf der Website der Gesundheitsregionen und in den Factsheets zum Regionalgeschehen sowie zur Projektumsetzung.
Dr. med. Marion Charlotte Renneberg ist neue Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen
Die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) hat Dr. med. Marion Charlotte Renneberg zur neuen Präsidentin gewählt. Wir gratulieren herzlich!
Bereits 2016 wurde sie zur stellvertretenden Präsidentin gewählt und 2021 in diesem Amt bestätigt. Die hausärztlich tätige Medizinerin aus Ilsede übernimmt das Amt von Dr. Martina Wenker, die nach 20 Jahren nicht mehr kandidierte.