█ NETZWERKARBEIT | Vielfalt als Stärke: Frauen prägen Niedersachsens politische Landschaft Für den 24. März hatten Anne Kura und Dr.in Tanja Meyer von der grünen Landtagsfraktion zu einer frauenpolitischen Veranstaltung in den Landtag eingeladen, um über das Thema Gleichstellung z.B. in den Bereichen Agrar, Umwelt, Kommune, Bildung oder Gesundheit zu diskutieren. Die überwiegend weiblichen Gäste kamen in kleinen Gruppen moderiert von Expert:innen ins Gespräch. Die Arbeitsergebnisse sollen dazu beitragen, eine feministische Politik zu stärken. | Treffen des Aktionsbündnisses Gesundheit rund um die Geburt in Niedersachsen Nach längerer Pause hatte Veronika Bujny, die Sprecherin des Aktionsbündnisses Gesundheit rund um die Geburt in Niedersachsen, die Bündnispartner:innen am 25. März zu einer Zusammenkunft in Präsenz in Hannover eingeladen. Um die neu hinzugekommenen Personen gut mitzunehmen, gab Veronika Bujny zunächst einen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte des Bündnisses und die in der Vergangenheit bearbeiteten Eckpunkte und Meilensteine wie der Mitarbeit bei der Umsetzung der Akademisierung des Hebammenberufes und die Initiierung der Einrichtung des Aktionsbüros, um die Umsetzung des nationalen Gesundheitsziels Gesundheit rund um die Geburt und einen Landesaktionsplan voranzubringen. Weitere Themen waren die bundespolitische Situation und deren Auswirkungen auf die geburtshilfliche Versorgung in Niedersachsen und die Auswirkungen der GB-A-Richtlinie über Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Versorgung von Früh- und Reifgeborenen, die die Betreuungsmöglichkeiten in Level-4-Kliniken weiter einschränkt. Auch über den nach wie vor insbesondere in ländlichen Regionen weiter bestehende Hebammenmangel sowie Erfahrungen bzgl. der Schwangerenvorsorge in Niedersachsen wurde gesprochen. Die nächste Zusammenkunft wird wieder online stattfinden, der Termin wird noch bekannt gegeben. | Dritter Austausch Frühe Hilfen, Präventionsketten, KGC, LSPK und Aktionsbüro Anfang April fand wieder ein Austauschtreffen mit den Frühen Hilfen und verschiedenen Projekte der LVG & AFS Nds. HB e.V. statt. Die Teilnehmenden informierten sich über ihre derzeitigen Tätigkeiten und gaben sich gegenseitig wertvolle Impulse. Die Treffen finden seit 2024 zweimal jährlich statt und haben das Ziel, Synergieeffekte zu nutzen. | Stark ins Leben starten: Kuhmilchfreie Ernährung für Frühgeborene Ein Informationsgespräch mit Prof. Dr. Christoph Fusch, Chefarzt der Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche am Klinikum Nürnberg In der Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche am Klinikum Nürnberg erhalten Frühgeborene, die (noch) nicht ausreichend Milch der eigenen Mutter bekommen, eine besondere Form der Ernährung. Neben Spenderinnenmilch aus der klinikeigenen Humanmilchbank wird dort auch aus Frauenmilch gewonnene Pulvernahrung eingesetzt, die mit Fortifiern aus Humanmilch (Human Milk Fortifier, HMF) angereichert wird. Es wurde gezeigt, dass schon die Ernährung mit humaner Milch – sei es als Milch der eigenen Mutter oder als Spenderinnenmilch – bei diesen Kindern die Häufigkeit der katastrophalen nekrotisierenden Enterokolitis (NEC) ungefähr um die Hälfte reduziert. Durch den zusätzlichen Einsatz von humanem Fortifier kann nun vollständig vermieden werden, den unreifen Darm der Frühgeborenen artfremdem Eiweiß auszusetzen, und es gibt Hinweise darauf, dass dies die NEC-Komplikation weiter reduziert oder vollkommen eliminiert. So ist z.B. am Klinikum die Häufigkeit von pro Jahr 2 bis 4 NEC-Fällen seit dem Jahr 2020 konstant auf null gesunken. Zusätzlich ist das Klinikum dabei führend, die Empfehlungen der European Milk Bank Association (EMBA) umzusetzen, die eine Individualisierung der Fortifikation zur Optimierung der Nährstoffaufnahme empfiehlt. Diese ist notwendig, weil der Nährstoffgehalt von Muttermilch natürlicherweise sehr stark schwankt und so fast die Hälfte der kleinen Frühgeborenen nicht immer ausreichend versorgt wird. "Targeted Fortification" misst regelmäßig den Gehalt von Muttermilch, so dass die Nahrung auf die spezifischen Bedürfnisse des einzelnen Kindes abgestimmt und passgenau angemischt werden kann, um den erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf der Frühgeborenen zu decken, oder z. B. bei herzkranken Kindern trotz geringerer Flüssigkeitszufuhr eine ausreichend hoher Nährstoffdichte zu erreichen. Die „Targeted Fortification“ standardisiert den Nährstoffgehalt und dadurch auch die Nährstoffzufuhr und stellt so ein ausgezeichnetes Wachstum sicher. Letzteres hat einen entscheidenden Einfluss auf die intellektuelle Entwicklung der Kinder und ist zudem auch für die Eltern ein gut sichtbarerer und beruhigender Indikator für die Entwicklung ihres intensivmedizinisch betreuten Kindes. Der Einsatz von pulverisierter Frauenmilch und HMF wird aktuell in dieser Form nur in der Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche am Klinikum Nürnberg angeboten. Begleitend werden die Ergebnisse im Rahmen einer klinischen Studie ausgewertet, um wissenschaftlich zu beweisen, dass dieses Ernährungskonzept eine sichere und effektive Methode darstellt, die Ernährung von Frühgeborenen und kranken reif geborenen Säuglingen zu verbessern. Die Herstellung der Produkte aus Humanmilch erfolgt nach strengen Standards in Deutschland. Alle Spenderinnen müssen gesund sein und über einen Milchüberschuss über den Bedarf des eigenen Kindes hinaus verfügen. Ihre Milch wird unter Einhaltung strenger Hygienestandards gesammelt, tiefgefroren transportiert und anschließend in einem patentierten Verfahren gefriergetrocknet. Dabei kommen moderne mikrobiologische Filter-, Trenn- und Wärmetechniken zum Einsatz, die mögliche Keime entfernen, aber gleichzeitig die wichtigen Immunstoffe erhalten. Durch die pulverisierte Form sind die Humanmilch-Fortifier haltbar und ähnlich gut lagerfähig wie die Fortifier aus Kuhmilch, allerdings aufgrund der hohen Herstellungskosten derzeit noch sehr teuer. Studien aus anderen Ländern haben diesen Kosten jedoch die Kosten für die medizinische Betreuung eines an NEC erkrankten Kindes oder den langfristigen Folgen einer Mangelernährung gegenübergestellt. Danach scheint sich für die betroffenen Kinder, ihre Familien und die Gesellschaft insgesamt eine positive Bilanz zu ergeben – sowohl medizinisch als auch ökonomisch. Im Hinblick auf die Knappheit von Frauenmilchbanken in Deutschland – derzeit kann der Bedarf an Spendermilch noch nicht für alle Perinatalzentren abgedeckt werden – ist die Möglichkeit, Muttermilch und aus Muttermilch gewonnenen Fortifier in Pulverform für diese Kinder vorzuhalten, eine sehr spannende Alternative. Prof. Dr. Fusch und sein Team bereiten aktuell eine multizentrische Studie vor, die den Nutzen dieser innovativen Ernährungsmethode in mehreren Kliniken gleichzeitig wissenschaftlich untersuchen soll. Ziel ist es, in 15 großen Perinatalzentren bei mehreren Hundert Frühgeborenen, die ausschließlich mit Muttermilch ernährt werden, die Ergebnisse der Fortifizierung mit kuhmilchbasiertem Fortifier gegen einen solchen aus Humanmilch zu vergleichen. | Austausch mit der Hebammenzentrale der Region Hannover Für den 14. Mai hatten sich Silvia Vihs, Christina Reinartz und Nina Obermeyer vom Team der Hebammenzentrale der Region Hannover zu einem Besuch in der Schillerstraße angekündigt, um sich mit dem Aktionsbüro zu aktuellen Themen wechselseitig auf den neusten Stand zu bringen. Ein wichtiges Thema war die Versorgung von Frauen und Familien in vulnerablen Situationen. Diese sind oft schwer zu erreichen, profitieren aber in besonderem Maße von einer frühzeitigen und kontinuierlichen Hebammenbetreuung. Das Aktionsbüro wird Teilaspekte dieser Thematik bei einer derzeit für den 1. Oktober in Vorbereitung befindlichen Veranstaltung gemeinsam mit dem Flüchtlingsrat Niedersachsen e. V. und der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Niedersachsen aufgreifen. | Austauschtreffen der Berufsverbände Bei der Zusammenkunft der Berufsverbände am 21. Mai wurde über den unglücklichen Ausgang der Verhandlungen bei der Schiedsstelle bzgl. des Vertrages für Hebammenhilfe berichtet. Auch über Gedanken zur Neuausrichtung der Gesundheitspolitik auf Bundesebene und die durch den Regierungswechsel ausgelösten Hoffnungen und Sorgen wurde gesprochen. Zentrales Thema bei diesem Treffen waren die letzten Vorbereitungen für den gemeinsamen Interdisziplinären Fachtag Schwangerenvorsorge. Inzwischen hat die Veranstaltung am 11. Juni im digitalen Format erfolgreich und mit sehr starker Beteiligung stattgefunden. Ein ausführlicher Bericht dazu findet sich im folgenden Absatz. Der nächste Termin in dieser Runde soll maßgeblich der Nachlese und Auswertung der gemeinsamen Veranstaltung gelten. | Interdisziplinärer Fachtag Schwangerenvorsorge am 11.06.2025 Mit einer großartigen Resonanz fand am 11. Juni der Interdisziplinäre Fachtag Schwangerenvorsorge statt. Getreu dem Motto „Gemeinsam für eine frauzentrierte Betreuung“ wurde die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Hebammenverband Niedersachsen e. V. (HVN) und dem Berufsverband der Frauenärzte (BVF) vorbereitet und durchgeführt. Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam mit Hebammen, Ärzt:innen und weiteren Fachpersonen Wege zu einer besseren, bedürfnisorientierten und interdisziplinär getragenen Vorsorge für Schwangere zu diskutieren. Hilke Schauland vom HVN und Per Kistenbrügge vom BVF eröffneten den Fachtag, zu dem sich mehr als 150 Interessierte aus diversen Handlungsfeldern angemeldet hatten. Nach einem digitalen Grußwort des niedersächsischen Gesundheitsministers Dr. Andreas Philippi folgte ein Einblick in die Erfahrungen von Schwangerenvorsorge in Niedersachsen aus Sicht von Mother Hood e. V. durch Kimberly Schuhmacher. Im Fokus standen außerdem innovative Konzepte wie die Gruppenschwangerenvorsorge, vorgestellt von Prof.in Dr.in Christiane Schwarz, ehemals Universität zu Lübeck und die partizipative Entscheidungsfindung, über die Prof.in Dr.in Rainhild Schäfers von der Universität Münster informierte. Dr. med. Tobias Rückert vom Diabeteszentrum Hannover Nord gab ein Update zum Umgang mit Schwangerschaftsdiabetes und Dr.in med. Helga Dallügge-Tamm von der amedes Group zeigte in ihrem Vortrag zur Testung und Therapie von B-Streptokokken in der Schwangerschaft auf, wie wichtig eine gemeinsame Haltung zwischen den Professionen ist. Besonders wertvoll war der Austausch zu Best-Practice-Beispielen zur interdisziplinären Vorsorge in der Praxis von Dr.in Dagmar Hertle (BARMER-Institut für Gesundheitssystemforschung), die konkrete Wege für eine bessere interdisziplinäre Zusammenarbeit beschrieb. Alle Beiträge machten deutlich: Fachliche Kompetenz allein genügt nicht – für eine gute Versorgung braucht es gegenseitige Wertschätzung, Kommunikation auf Augenhöhe und die gemeinsame Orientierung an den Bedürfnissen der Schwangeren. Mit diesem Fachtag konnten wir zusammen mit unseren Kooperationspartnern, dem Hebammenverband Niedersachsen und dem Berufsverband der Frauenärzte, neue Impulse setzen und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit für eine frauzentrierte Betreuung rund um die Geburt. Unser gemeinsamer Dank gilt allen Referent:innen und allen Teilnehmenden, die diesen Tag durch ihre Vorträge und durch lebhafte Diskussionen bereichert haben. | Runder Tisch Geburtshilfe Am 20. Juni wird der Runde Tisch Geburtshilfe zum zweiten großen Treffen in diesem Jahr digital zusammenkommen. Die Arbeitsgruppen Hebammenkreißsaal, Präsenztag Aktionsplan Gesundheit rund um die Geburt und Verbesserung der Gesundheitskompetenz von Schwangeren, Müttern und Familien werden den Stand ihrer jeweiligen Arbeiten vorstellen. Die AG Präsenztag Aktionsplan Gesundheit rund um die Geburt hat für das dritte Treffen des Runden Tisches im September diesen Jahres eine Zusammenkunft in Präsenz geplant, um an dem erforderlichen Aktionsplan Gesundheit rund um die Geburt in Niedersachsen zu arbeiten. | Website Die Website des Aktionsbüros Gesundheit rund um die Geburt in Niedersachsen wurde wie gewohnt aktualisiert und ergänzt, um die Informationen zu den Bereichen Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft aktuell und umfangreich zu gestalten. Haben Sie einen Veranstaltungstipp? Nutzen Sie gern unser Kontaktformular, um uns darauf aufmerksam zu machen – wir veröffentlichen passende Hinweise gern auf unserer Website. Wir laden Sie herzlich ein, unsere Seiten zu erkunden – und freuen uns über Ihr Feedback! Auch neue Themenvorschläge und Anregungen sind jederzeit willkommen. | |
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