Klimagesund rund um Geburt und frühe Kindheit
Klimagesund rund um Geburt und frühe Kindheit
Der Klimawandel führt in Deutschland zu einer deutlichen Zunahme von Häufigkeit, Dauer und Intensität von Hitzeperioden, mit erheblichen gesundheitlichen Folgen. Besonders betroffen sind Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder, da Hitze- und UV-Exposition Schwangerschaftskomplikationen, Frühgeburten sowie akute und langfristige gesundheitliche Beeinträchtigungen begünstigen. Diese Risiken verstärken sich bei Menschen in sozial benachteiligten Lebenslagen, die häufig einer höheren Hitzeexposition ausgesetzt sind und zugleich einen erschwerten Zugang zu gesundheitsbezogenen Informationen, Schutzmöglichkeiten und Versorgungsangeboten haben.
Ziele
Das Projekt zielt darauf ab, die Gesundheitskompetenz von Schwangeren sowie der (werdenden) Eltern von Säuglingen und Kleinkindern in Bremen und Bremerhaven im Hinblick auf Hitze- und UV-Schutz nachhaltig zu stärken. Der Fokus liegt auf der frühzeitigen Prävention in einem besonders sensiblen Lebensabschnitt und auf der wirksamen Vermittlung gesundheitsrelevanter Schutzmaßnahmen.
Zur Umsetzung wird ein Multiplikator:innen-Ansatz verfolgt, der die Handlungskompetenz von Fachkräften erhöht, die regelmäßig im Kontakt mit der Dialoggruppe stehen. Insbesondere werden Akteur:innen aus den Bereichen Geburtshilfe, Gynäkologie, Pädiatrie und Familienberatung einbezogen, da sie eine zentrale Funktion bei der Weitergabe präventiver Gesundheitsinformationen einnehmen. Um Schwangere und Familien, die aufgrund sozialer Benachteiligung einen erschwerten Zugang zu gesundheitsbezogenen Angeboten haben, gezielt zu erreichen, werden ergänzend Akteur:innen einbezogen und qualifiziert, die auf Quartiersebene oder in Einrichtungen mit sozial benachteiligten Familien arbeiten.
Darüber hinaus verfolgt das Projekt das Ziel, den fachlichen Austausch sowie die Vernetzung der beteiligten Akteur:innen zu stärken und eine nachhaltige Zusammenarbeit innerhalb der bestehenden Unterstützungs- und Versorgungsstrukturen in Bremen und Bremerhaven zu fördern.
Das Projekt soll hiermit einen Beitrag zu einer sozial ausgewogenen Klimafolgenanpassung und zur Stärkung gesundheitlicher Chancengleichheit in Bremen und Bremerhaven beitragen.
MAẞNAHMEN
In einem mehrstufigen Qualifizierungsprozess werden die benannten Fachkräfte gezielt geschult, um ihre Kompetenzen im Bereich der hitzesensiblen Gesundheitsberatung zu erweitern. Ergänzend werden die Fachkräfte dazu angeregt, das eigene berufliche Handeln im Kontext der Klimaerwärmung kritisch zu reflektieren und gesundheitliche Co-Benefits präventiver Maßnahmen zu nutzen.
In diesem Zusammenhang werden bestehende Informations- und Präventionsangebote gesichtet, bei Bedarf weiterentwickelt sowie durch zusätzliche barrierearme Materialien ergänzt. Mithilfe partizipativer Methoden werden die Schwangeren und (werdenden) Eltern aktiv in die Weiterentwicklung von Materialien und in die Gestaltung gesundheitsförderlicher Strukturen in zwei ausgewählten, mehrfach belasteten Quartieren in Bremen und Bremerhaven einbezogen. Peer-Learning-Ansätze dienen dabei der systematischen Erhebung, Aufbereitung und Nutzung von Erfahrungs- und Standortwissen.
Ergänzend dazu ist die Netzwerkarbeit ein zentraler Bestandteil des Projekts. Es werden unter anderem Vernetzungsveranstaltungen durchgeführt, die den fachlichen Austausch stärken und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteur:innen fördern.
Das Projekt wird modellhaft im Land Bremen umgesetzt. Eine prozessbegleitende, entwicklungsorientierte wissenschaftliche Evaluation ermöglicht die kontinuierliche Reflexion und Steuerung der Projektwirkungen auf die Dialoggruppen und adressiert zugleich die Übertragbarkeit der Vorgehensweise und der erzielten Ergebnisse.
Laufzeit
01. Februar 2026 bis 31. Dezember 2028
Förderer
GKV-Bündnis für Gesundheit Bremen
Kooperationspartner
- Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Bremen
- Gesundheitsfachkräfte im Quartier Bremen & Bremerhaven
- Dr. med. Elisabeth Holthaus-Hesse, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
- Sabine Schröder, Klimamanagerin St. Joseph-Stift Bremen
- Weitere Partner:innen