Regionale Fachkräfte für psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

Regionale Fachkräfte für psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

Diverse Studien, wie die COPSY-Studie des Universitäts-Klinikums Eppendorf, zeigen auf, dass Kinder und Jugendliche seit der COVID-19-Pandemie zunehmend belastet sind. Im kinder- und jugendpsychiatrischen Bereich zeigt sich die hohe Belastung in einer starken Zunahme an Behandlungsanfragen. Vor diesem Hintergrund werden seit September 2022 in Bremen und Bremerhaven „Regionale Fachkräfte für psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ (kurz: ReFaps) eingesetzt.

Ziele

Die „Regionalen Fachkräfte für psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ (ReFaps) unterstützen Familien und Fachkräfte in Bremen und Bremerhaven niedrigschwellig dabei, die mentale Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Um die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu fördern und auf seelische Belastungen reagieren zu können, werden präventive Angebote in den Systemen Bildung, Kinder- und Jugendhilfe/Soziales und Gesundheit umgesetzt.

MAẞNAHMEN

Die ReFaps bieten zum einen wegweisende Beratungen per Mail, Telefon oder in regelmäßigen Sprechstunden vor Ort für Fachkräfte und Familien an. Zum anderen führen sie Infoveranstaltungen, Workshops, Gesprächskreise und Elterncafés durch. Die Themen der Angebote sind dabei sehr vielfältig und an den Bedarfen der jeweiligen Dialoggruppen ausgerichtet. Beispiele hierfür sind die Themen Achtsamkeit, Selbstfürsorge, Psychohygiene, Umgang mit Gefühlen, Medienkonsum, Aufklärung über verschiedene Störungsbilder wie Trauma, Autismus, Angst, Depression und Stärkung in der Eltern-Kind-Beziehung. Diese Veranstaltungen werden vor Ort in den Einrichtungen wie KiTas, Jugendhilfeeinrichtungen und Schulen umgesetzt. Die ReFaps arbeiten jeweils zu zweit in den unterschiedlichen Regionen (Nord, Ost, Süd und West) Bremens sowie in Bremerhaven und stellen somit quartiersorientierte sowie flexible Ansprechpersonen rund um das Thema psychische Gesundheit dar. Die Tandems setzen sich aus einer gesundheitswissenschaftlichen bzw. sozialpädagogischen und einer psychotherapeutischen Fachkraft zusammen. Dadurch wird sowohl ein fachlich therapeutischer als auch ein niedrigschwelliger, aufsuchender Zugang zu hilfesuchenden Fachkräften und Familien ermöglicht.

Kooperationspartner:innen

Die ReFaps sind eine Kooperation zwischen der LVG & AFS und dem Klinikum Bremen-Ost (Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik). Weitere wichtige Partner:innen vor Ort sind Fachkräfte und Institutionen aus den Bereichen Bildung, Soziales und Gesundheit (z. B. Schulen, Kitas, Stadtteilzentren bzw. -büros, Häuser der Familien, Beratungsstellen, Quartiersmanagement, ReBUZ, Freizeitangebote, Hebammen- und Gesundheitszentren). Darüber hinaus findet eine enge Zusammenarbeit mit den „Gesundheitsfachkräften im Quartier“ und den „Gesundheitsfachkräften an Schulen“ statt.

Laufzeit

verstetigt

Förderung

Gesundheitsamt Bremen

Gesundheitsamt Bremerhaven

Preisverleihung, Berliner Gesundheitspreis

Berliner Gesundheitspreis an die Regionalen Fachkräfte für psychische Gesundheit in Bremen verliehen

Am 16. Oktober 2025 bekamen die Regionalen Fachkräfte für psychische Gesundheit (Refaps) von Kindern und Jugendlichen einen Preis für ihre wertvolle und nachhaltige Arbeit! Beworben um den Preis, der alle zwei Jahre verliehen wird und dieses Jahr ausgeschrieben wurde zum Handlungsfeld "Starke Schule, starke Seele", hatten sich 84 Projekte und Maßnahmen. Ausgezeichnet wurden vier.

Bremen und Bremerhaven haben aus dem Aufholpaket für Kinder und Jugendliche nach Corona der Bundesregierung ein effektives Programm zur Stärkung von psychischer Gesundheit von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen gemacht und es nicht wie andere Bundesländer gießkannenmäßig in alle Schulen gekippt. Als niedrigschwellige regionale Anlaufstellen beraten sie Fachkräfte und Familien bei psychosozialen Fragen – besonders in sozial benachteiligten Stadtteilen. Fünf Tandems verknüpfen kinderpsychiatrische Expertise mit quartiersbezogener Arbeit und entwickeln passgenaue Angebote vor Ort – in enger Abstimmung mit den Gesundheitsfachkräften in Schulen und Quartieren. Aufgrund der großen Resonanz werden die Refaps mittlerweile aus Landesmitteln weitergefördert und sind keine Leuchturmruine geworden wie so viele engagierte und erfolgreiche Projekte nach Corona!

Vielen Dank an die Jury, die uns für den Sonderpreis ausgewählt hat und Kirsten Kappert-Gonther als Jurymitglied für die tolle Laudatio!

Herzlichen Dank auch an die Preisgeber, den AOK-Bundesverband und die Ärztekammer Berlin!
 

  • Mit dem Anklicken bauen sie eine Verbindung zu den Servern des Dienstes YouTube auf und das Video wird abgespielt. Datenschutzhinweise dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Ansprechpersonen

FACHKRÄFTE FÜR PSYCHISCHE GESUNDHEIT VON KINDERN UND JUGENDLICHEN